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Zusammenfassung des Falles
Forensische Fehler am Tatort
Aussagen gegenüber der Polizei
Die wahre Amanda
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Forensische Fehler am Tatort
Das Polizeivideo der Tatort-Untersuchung des Verbrechens an
Meredith Kercher zeigt offensichtliche Verfahrensfehler und insgesamt
Mängel bei der Untersuchung. Dr. Roger Summers, einer der führenden
forensischen Experten Englands, wurde von der ITV „Tonight Show“
gebeten, sich das Video anzuschauen. Er kam zu dem Schluss:
"In fast 40
Jahren Berufserfahrung habe ich selten so schlechte Ermittlungsarbeiten
gesehen."
Dieses Pfuschen kann ernste Auswirkungen für Amanda und Raffaele haben.
Das
am 3. November 2007 aufgenommene Polizeivideo zeigt einen
Büstenhalter-Verschluss, der auf dem Fußboden von Merediths Zimmer
liegt. Er wurde in der Nähe der Leiche gefunden. Er war vom
Büstenhalter abgeschnitten worden, den sie trug, als sie angegriffen
wurde. Zu diesem Zeitpunkt erachteten die Ermittlungsbeamten den
Verschluss nicht als relevantes Beweismittel.
Am 18.
Dezember, als die Polizei zum Tatort zurückkehrte, fand sie diesen
Büstenhalter-Verschluss an einem anderen Ort im Zimmer und sammelte ihn
als Beweisstück ein. Er wurde dann der DNS-Prüfung unterworfen, die
mikroskopisch-kleine Spuren von Raffaeles DNS offenbarte, sowie von
mindestens drei anderen nicht identifizierten Menschen.
Dieses
DNS-Testergebnis ist für den Staatsanwalt sehr wichtig, da kein anderes
Beweisstück Raffaele oder Amanda dem Tatort zuordnen könnte.
Aber wie zuverlässig ist dieser Beweis? Raffaele war oft im Haus
gewesen und hätte seine DNS auf Türgriffen und anderen Oberflächen
hinterlassen können. Sie konnte auf vielen Wegen auf den Verschluss
kommen – besonders, da dieser Gegenstand seit mehr als sechs Wochen auf
dem Fußboden lag, während Ermittlungsbeamte ein- und ausgingen.

Der Verschluss wurde auf der Videokassette am 3. November 2007
festgehalten. Er wurde erst am 18. Dezember eingesammelt. Während
dieser Zeit wurde der Verschluss, auf welchem Weg auch immer, an einen
anderen Platz gebracht.
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Das
Video zeigt, dass die Polizei
Unordnung in Merediths Zimmers machte. Mehr als sechs Wochen nach dem
Mord fanden Ermittlungsbeamte den Verschluss, als sie einen Stapel des
Durcheinanders sortierten. Nach dem Auffinden faßten zwei
Ermittlungsbeamte es an, bevor es als Beweisstück eingetütet wurde.
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Gegenwärtige DNS-Untersuchungsverfahren sind äußerst
empfindlich.
Kleinste Partikel biologischer Materialien können Beweismittel
kontaminieren. Das US-Justizministerium hat Richtlinien
aufgestellt, um solche Verunreinigung zu vermeiden. Diese lauten wie
folgt:
- Tragen Sie Handschuhe. Wechseln Sie sie oft.
- Verwenden Sie Einweginstrumente, oder reinigen
Sie die Instrumente gründlich vor und nach dem Berühren jeder Probe.
- Vermeiden Sie, den Bereich zu berühren, in dem
Sie DNS vermuten
- Vermeiden Sie, zu sprechen, zu niesen, und über
Beweismittel zu husten.
- Vermeiden Sie, Ihr Gesicht, Nase, und Mund zu
berühren, wenn sie Beweismittel einsammeln und verpacken.
- Beweismittel gründlich vor dem Verpacken
lufttrocknen.
- Packen Sie Beweismittel in neue Papiertaschen
oder Umschläge, nicht in Plastikbeutel. Verwenden Sie keine
Heftklammern.
http://www.ncjrs.gov/txtfiles1/nij/bc000614.txt
Die Ermittlungsbeamten, die den Büstenhalter-Verschluss aufnahmen,
wechselten die Handschuhe nicht und verwendeten keine sauberen
Instrumente, noch haben sie es vermieden, den Gegenstand in irgendeiner
Weise zu
berühren.
Der
Staatsanwalt behauptet, dass der Büstenhalter-Verschluss ein
Beweis von Raffaeles Beteiligung an der Tat ist. Aber die Verteidigung
kann und wird Experten hinzuziehen, die bezeugen werden, dass dieser
Beweis hinfällig ist, da er durch nicht fachgerechte Behandlung
unbrauchbar geworden ist.
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